5.3.2006

Klassischer Abriss der Globalisierung

Anders als Adam Smith, David Ricardo und Karl Marx gehört der Bankvolontär Kurt Tucholsky nicht zu den Klassikern der Wirtschaftslehre. Es gilt in Ökonomenkreisen aber durchaus als schick, sich gelegentlich einer Zitatensammlung zu bedienen, die Tucholsky unter dem Titel „Kurzer Abriß der Nationalkökonomie“ veröffentlichte. Anders als eine Zitatensammlung lässt sich dieser Text kaum bezeichnen, enthält er doch Klassiker wie:

Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben.

Geld ist weder ein Zahlungsmittel noch ein Tauschmittel, auch ist es keine Fiktion, vor allem aber ist es kein Geld.

Die Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers.

Was die Weltwirtschaft angeht, so ist sie verflochten.

Letztere Feststellung tauchte dieser Tage gleich in zwei Medien auf. Zum einen im Stern, der seine Titelstory der „Geschichte des Kapitalismus“ widmete, zum anderen in der Welt am Sonntag, die ein neues Buch des FTD-Redakteurs Wolfgang Münchau in Auszügen vorabdruckte. Wobei Münchau auf provokante Weise Tucholsky korrigierte:

Der deutsche Schriftsteller Kurt Tucholsky schrieb einmal: „Was die Weltwirtschaft angeht, so ist sie verflochten.“ In Wirklichkeit ist die Weltwirtschaft nicht annähernd so verflochten wie der deutsche Mittelstand.

Die Chance, dass Münchaus Weisheit zum vielzitierten Klassiker wird, ist jedoch eher gering.

Sammeln für Salzmann

Für die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 durch die deutschen Studenten hatte Kurt Tucholsky kaum mehr als ein Achselzucken übrig:

In Frankfurt haben sie unsere Bücher auf einem Ochsenkarren zum Richtplatz geschleift. Wie ein Trachtenverein von Oberlehrern.
Nun aber zu Ernsthafterem.

… schrieb er am 17. Mai 1933 in einem Brief an Walter Hasenclever.

Sehr viel ernsthafter hat sich Georg P. Salzmann mit diesem Thema beschäftigt. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges sammelt er an seiner
„Bibliothek der verbrannten Bücher“. Rund 10.000 Exemplare hat er inzwischen beisammen. Doch es ist gar nicht so einfach, wie das Neue Deutschland berichtet, irgendwo im Lande einen dauerhaften Aufbewahrungsort für die „Salzmann-Sammlung“ zu finden. Nun besteht laut ND Hoffnung, dass sich in der Stadt Greifswald ein Platz für die Bücher auftut. Allerdings sei es noch nicht gelungen, die 800.000 Euro aufzutreiben, die Salzmann für seine Sammlung haben möchte.

Auch Tucholskys zu Lebzeiten erschienene Bücher sind Bestandteil der Bibliothek. Die Tucholsky-Gesellschaft hat die Patenschaft für das Buch „Deutschland, Deutschland über alles“ übernommen. Dies mit gutem Grund. Denn von diesem Werk fühlten sich die Studenten 1933 besonders angegriffen, wie das ND berichtet:

Auch in Greifswald haben 1933 Studenten auf dem Marktplatz die Bücher angezündet. Sie schrieben u. a. in einem Aufruf an die Bevölkerung: „Ein Tucholsky beispielsweise hat sich … unsere Feindschaft durch die Tatsache geschaffen, dass er in seinem Buch ‚Deutschland über alles‘ unsere Feldherren als Tiere bezeichnete (…)“

Wobei sich die Studenten irrten. Denn die Montage der Generalsköpfe mit der Bildunterschrift „Tiere sehen dich an“ stammte von John Heartfield. Aber Tucholsky wollte in der Öffentlichkeit die Verantwortung für das komplette Buch übernehmen, wie am 1. März 1931 an Jakob Wassermann schrieb:

Das Blatt ‚Tiere sehen dich an‘ ist nicht von mir. Es stammt von dem Bildermann John Heartfield, der das Buch ausgestattet hat.
Herr Heartfield hatte, was vereinbart war, auch selbständig einige Bilder mit Unterschriften montiert, wie man sagt – und als ich die Druckbogen bekam, war noch nicht alles fertig. Dann hielt ich das fertige Buch in der Hand, sah jene Seite und bekam einen Klaps vor den Magen.
Mein erster Gedanke war: „Schade, daß dir das nicht eingefallen ist“ – mein zweiter war: „Hm …“ und dabei ist es denn bis jetzt geblieben.
Das ist nicht meine Satire. Es ist mir zu klobig; ich habe mit Ihnen nicht das leiseste Mitgefühl für die dargestellten Typen, die mir in ihrer Wirksamkeit hassenswert erscheinen. – aber ich hätte das nie so formuliert. Die Beleidigung der Tiere schmeckt mir nicht, und das trifft es auch nicht: unter „tierisch“ verstehe ich in solchem Zusammenhang etwas Dumpfes, Animalisches – also etwa einen brutalen Henker … nicht diese da.
Ich habe den Sturm, den dieses Bild seit Jahren erregt, ruhig über mich ergehen lassen, und ich gedenke auch weiterhin die Sache zu decken, und nicht mit einem Protest an die Öffentlichkeit zu gehen. Daher bitte ich auch Sie, diesen Brief durchaus als eine private Meinungsäußerung aufzufassen. Ich habe Ihnen das geschrieben, weil ich vor Ihnen gern richtig dastehen möchte: also nur mit den Fehlern, die ich wirklich begangen habe.

3.3.2006

Der Spion, der Tucholsky liebte

Wenn sich ZDF-Dokumentarfilmer Guido Knopp mit der Berliner Boulevardzeitung B.Z. zusammentut, ist eigentlich wenig Gutes zu erwarten. Was Knopp aber am gestrigen Donnerstag den Berlinern darüber zu erzählen hatte, wie der Mythos Wolf zerbrach, ließ manchen vielleicht ein wenig langsamer zu den beliebten Kontaktanzeigen blättern. Die Art und Weise, wie der damalige DDR-Spionage-Chef Markus Wolf enttarnt wurde, lässt an so etwas wie eine Ironie der Geschichte glauben:

Begonnen hatte alles acht Monate zuvor auf einem verschwiegenen Dorffriedhof vor den Toren der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Am Grab des einst von den Nazis vertriebenen Schriftstellers Kurt Tucholsky hatte sich am 1. Juli 1978 eine Handvoll Besucher eingefunden. Beamte der schwedischen Spionageabwehr lagen in der Nähe auf der Lauer.

Und knipsten ein Foto, auf dem Wolf einige Monate später von einem ehemaligen Stasi-Mitarbeiter erkannt wurde.

Nun wird es wohl immer das Geheimnis von Markus Wolf bleiben (solange ihn niemand danach fragt), warum er unbedingt das Grab Tucholskys in Mariefred besuchen wollte. Aber bei seinem Familienhintergrund ist es vielleicht kein Wunder, dass er ein gewisses Faible für literarische Emigranten hatte.

25.2.2006

Ein wahnwitzig gewordenes Bashing

Im Wochenendmagazin der Süddeutschen Zeitung beschäftigt sich Jan Brandt sehr ausführlich mit dem unerschöpflichen Thema Berlin-Bashing. „Berlin oder Nicht-Berlin ist eine Frage von Leben oder Tod“, schreibt Brandt in einer Mischung aus Pathos und Ironie, wobei weder das eine noch das andere vom Artikel gedeckt wird. Auf welch dünn recherchierten Beinen seine These steht, zeigt der folgende Abschnitt des Textes:

Es waren die Berliner selbst, die ihre Stadt pausenlos schmähten. Allen voran der Publizist Kurt Tucholsky, dessen Texte allesamt von seiner Heimatstadt handeln, Polemiken, Betrachtungen, Chansons, Gedichte, Erzählungen, Kritiken und Essays, in denen er die Berliner auseinander nimmt: „Seine grauenhafte Unausgeglichenheit und seine ewig schwabbrige Nervosität lassen keinen Klang ausklingen – mit zitternden Nervenenden wartet er auf den ersten Eindruck, und hat er den, bleibt er dabei“, schrieb Tucholsky unter dem Pseudonym Peter Panter am 19. Januar 1926 in der Zeitschrift Die Weltbühne und teilte im Folgenden den gemeinen Berliner in zwei Typen ein: in den „Ham-Se-kein-Jrößern?“-Berliner“ und in den „Na-faabelhaft“-Berliner“. Beide seien gleichermaßen unerträglich. Der nörgelnde Berliner sei grundsätzlich nicht begeistert und „viel zu nervös, um in Ruhe etwas Fremdes auf sich wirken zu lassen“. Und der lobende Berliner zeichne sich dadurch aus, dass seine Anerkennung immer wie ein „ins Freundliche umgebogener, für dieses Mal nicht anwendbarer Tadel“ wirke, wie „eine Ordensverleihung an sich selbst“.

Man mag es kaum für möglich halten, dass Brandt selbst an die Behauptung glaubt, wonach Tucholskys Texte „allesamt von seiner Heimatstadt handeln“. Von 1907 bis 1933 veröffentlichte Tucholsky mehr als 3000 Zeitungsartikel und drei größere Erzählungen. Es gäbe wohl keinen besseren Beweis für die Qualitäten dieser Stadt, als wenn Tucholsky sich mit seiner literarischen Produktion auf diese hätte beschränken können.

Dem war zum Glück nicht so. Die Texte, die Tucholsky dagegen tatsächlich seiner Heimatstadt widmete, hat Brandt aber offenbar nicht gelesen. Da sind vor allem die beiden Artikel, die 1919 und 1927 unter dem bezeichnenden Titel „Berlin! Berlin!“ erschienen. Diese enthalten eine ganze Fülle von Berlin-Bonmots:

Der Berliner ist meist aus Posen oder Breslau und hat keine Zeit.

Berlin vereint die Nachteile einer amerikanischen Großstadt mit denen einer deutschen Provinzstadt. Seine Vorzüge stehen im Baedeker.

Die Berlinerin ist sachlich und klar. Auch in der Liebe. Geheimnisse hat sie nicht.

Berlin hat keine sehr gute Presse im Reich; voller Haß wird diese Stadt kopiert.

Ich liebe Berlin nicht. Seine Wendriners hat Gott in den Mund genommen und sofort wieder ausgespien; seine Festlichkeiten sind sauber ausgerichtet; seine Dächer sagen nicht zu mir: „Mensch! Da bist da ja!“ Ich liebe diese Stadt nicht, der ich mein Bestes verdanke; wir grüßen uns kaum.

Am besten gefiel es Tucholsky in Berlin, wenn die Berliner alle fort waren: im Sommer. Wie wohltuend er die dadurch entstehende Ruhe empfand, schilderte er 1913 in dem Artikel „Sommerliches Berlin“. Mag auch der postulierte Hass auf die Stadt gleich geblieben sein, so hektisch wie damals geht es auf jeden Fall nicht mehr dort zu:

Wir sind fast alle gezwungen, in dieser großen Stadt zu arbeiten, weil wir leben müssen. Aber wir sollten das zackige Tempo, das die Besseren zerrüttet und die Besten abstößt, auf ein menschenwürdiges Maß reduzieren. Es ist ja nicht einmal amerikanisch, dazu haben sie bei uns nicht die Kraft und nicht die Rücksichtslosigkeit – das Ganze gebärdet sich nur wie ein wahnwitzig gewordenes Dorf. Es ist eine kleine Stadt geblieben, die erst in das Kleid nachwachsen muß, das ihr Bauschieber angemessen haben. Und das hat noch gute Weile.

Der von Brandt so ausgiebig zitierte Tucholsky-Artikel „Berliner auf Reisen“ endet übrig mit folgender Anekdote, deren Schlusssatz auf keinen Fall als Warnung an Journalisten verstanden werden sollte:

Und ewig werde ich an das Wort eines Landsmanns denken, der nach vierwöchigem Aufenthalt das Wort der Worte über Paris gesprochen hat. Dieses:
„Paris – wat is denn det für ne Stadt! Hier jibts ja nich mah Schockeladenkeks –!“
Der dies sprach, war aber gar nicht aus Berlin, und da kann man sehen, wie vorsichtig man sein muß.

24.2.2006

Was darf der Stunk?

Die taz echauffiert sich aus gutem Grund heute darüber, dass die eherne Tucholsky-Regel der Satire wieder einmal missachtet wurde. Und zwar von den öffentlich-rechtlichen Fernsehfunkern des WDR. Die nämlich hätten die „Stunker weichgespült“, wie es in dem Artikel von P. Beucker heißt, der in der NRW-Ausgabe des Zeitung erschien.

Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz mache, dann sitze halb Deutschland auf dem Sofa und nehme übel, schrieb einmal Kurt Tucholsky. Und was schlussfolgerte er daraus? Trotzdem oder gerade deswegen dürfe Satire: alles. Diese altmodisch-liberalistische Auffassung hat der WDR jetzt in seine öffentlich-rechtlichen Schranken gewiesen: Witze über religiöse Fanatiker – da hört der Spaß auf!

Was ist passiert? Ein Sketch der Kölner Stunksitzung, in dem ein „Ratze“ und ein „Meise“ miteinander kuscheln, ist vom WDR aus der Aufzeichung der Sitzung herausgeschnitten worden. Liest man die offizielle Programmbeschreibung der Sendung, wird diese Entscheidung völlig unverständlich:

So ganz ohne Ärger scheint die Stunksitzung aber auch in diesem Jahr nicht davon zu kommen. Der Sketch, in dem Papst Benedikt XVI. und der Kölner Kardinal Meisner zusammen unter die Decke schlüpfen und sich ein Gute-Nacht-Küsschen geben, beschäftigt die Staatsanwaltschaft. Eine Entscheidung über die Anzeige eines Sitzungsbesuchers aus Münster gibt es allerdings erst nach Karneval. Der Besucher der Show sah den religiösen Frieden durch den Sketch gestört. Bereits vor der Anzeige hatte sich der Westdeutsche Rundfunk entschieden, die Szene bei der Ausstrahlung der Sitzung nicht im Fernsehen zu zeigen.

Was darf die Satire beim WDR? Gar nichts.

23.2.2006

Diktatorische Requisiten

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung beschäftigt sich in ihrer heutigen Ausgabe mit dem besonderen Verhältnis von Diktatoren zum Medium Film. Enno Patalas stellt in seinem Text „Die manipulierten Manipulatoren“ die folgende, etwas gewagte These auf:

Nirgends sonst und nie zuvor oder danach sind Kino und Macht so intime Verbindungen eingegangen wie im Italien, Deutschland und Rußland Mussolinis, Hitlers und Stalins, und kein anderes Medium hat sich bei den Diktatoren eines so intensiven Interesses erfreut.

Nun gut, damals gab es eben noch kein Fernsehen. Aber ob die Nationalsozialisten nicht viel stärker auf das Radio setzten, wäre sicherlich ebenfalls eine Überlegung wert gewesen.

Dass man Adolf Hitler vom Äußeren her recht früh mit einem prominenten Filmstar assoziierte, ist auch Patalas aufgefallen:

Früh schon mußte Hitlers Erscheinungsbild sich den Vergleich mit einer Filmfigur gefallen lassen. „Und da ist plötzlich der Führer gekommen. Er hat einen Bart wie Chaplin, aber lange nicht so komisch“ (Kurt Tucholsky in einem „Schulaufsatz“). Soziales Schicksal und Charakterzüge des Mannes Hitler und der Filmfigur Charlie ähneln sich.

Auf die Ähnlichkeit des englischen Komikers mit dem deutschen Politiker spielte Tucholsky noch ein weiteres Mal an:

Chaplin hat Hitler um die Leihweise Hergabe seines Schnurrbarts gebeten. Die Verhandlungen dauern an.
Kaspar Hauser: „Kleine Nachrichten“, in: Die Weltbühne, 15.3.1932, S. 411

Vermutlich hat Charly Chaplin in dem Film „Der große Diktator“ aber nicht das Original benutzt.

15.2.2006

„Dem Satiriker gab ein Gott zu sagen, was sie treiben“

Nachdem der erste Rauch brennender Botschaften sich verzogen hat und viele Positionen im Streit um die Mohammed-Karikaturen ausgetauscht wurden, sollte sich einmal Zeit genommen werden, Tucholskys Satireverständnis und -praxis genauer zu betrachten. Dass die Satire „alles“ dürfe, ist in jüngster wohl häufig genug wiedergekäut worden. In zahlreichen Artikeln und Briefen hat sich Tucholsky aber sehr differenziert mit der Satire, ihren Grenzen und ihren Kritikern auseinandergesetzt. Vor allem die „Briefe an eine Katholikin“ geben Auskunft über Tucholskys Verhältnis zur Religion im politischen Kampf.
Grenzen der Satire
In dem vielzitierten Text „Was darf die Satire?“ wird Anfangsfrage erst ganz zum Schluss mit einem kategorischen „Alles“ beantwortet. Ganz zum Schluss deshalb, weil Tucholsky zunächst definiert, was er unter einer angemessenen Satire zu verstehen glaubt. Dazu zählen für ihn Angriffe, die die Wahrheit aufblasen, damit sie umso deutlicher hervortritt. Die die Welt gut haben wollen und gegen das Schlechte anrennen. Die boshaft sein können, wenn sie nur ehrlich sind. In diesem Sinne darf die Satire „alles“, – auch Kollektivitäten angreifen, wenn nicht jeder in dem Kollektiv den Angriff verdient hat.
Weniger bekannt als der berühmte Satire-Text ist eine Analyse aus dem Jahre 1912, in der Tucholsky sich über „Die moderne politische Satire in der Literatur“ ausbreitet. Darin heißt es lapidar: „Der Satiriker darf keine, aber auch gar keine Autorität anerkennen.“ Der gesamte Abschnitt, in den dieser Satz eingebettet ist, ist ebenfalls sehr aufschlussreich:

Aus diesen klaren und richtigen Worten folgt zweierlei: erstens, daß man verstanden haben muß, bevor man karikiert, daß man überhaupt nur das satirisch behandeln kann, was man in seinem tiefsten Kern begriffen hat, und zweitens, daß notwendigerweise die rechtsstehenden Parteien keine gute Satire haben können, weil das restlose Kapieren der Dinge Objektivität und oft genug Respektlosigkeit erfordert. Der Satiriker darf keine, aber auch gar keine Autorität anerkennen. Das widerstrebt den Priestern der Autorität und den Halben, Lauen, und niemals werden sie eine künstlerisch gute Satire hervorbringen können (…)

Ähnlich äußerte sich auch Titanic-Mitbegründer Robert Gernhardt in der jüngsten Debatte, als er in einem Interview erklärte: „Eine einzige Grenze [der Satire] gibt es da, wo ich mich nicht auskenne.“ Tucholskys Aussagen zu politischen Satiren lassen sich aber nicht uneingeschränkt auf religiöse Themen übertragen, wie die im Folgenden zitierten Passagen zeigen.

Satire und Religion
In der Karikaturen-Debatte wurde häufig die Frage aufgeworfen, ob Satire nicht stärker Rücksicht auf religiöse Gefühle nehmen müsse. Auch diese Frage lässt sich mit Bezug auf Tucholsky nicht mit einem pauschalen Ja oder Nein beantworten. Für Tucholsky hatten die christlichen Kirchen durch ihr Verhalten im Ersten Weltkrieg zu viel von ihrer Glaubwürdigkeit verloren, um sich von Staats wegen weiter vor Kritik schützen zu lassen. Er griff sie daher scharf an, wenn sie seiner Meinung nach aus dogmatischen Überzeugungen die weltliche Not der Gläubigen nicht zu lindern halfen, sondern sie durch strikte Forderungen noch vergrößerten. Dies galt in Fragen der Sexualmoral und der allgemeinen Lebensführung.
Tucholskys Vorteil bestand natürlich darin, dass er mit der Amtskirche oder der katholischen Zentrumspartei eine deutliche Zielscheibe für seine Kritik besaß. Ihm ging es jedoch nicht darum, das Christentum oder religiöse Überzeugungen im allgemeinen verächtlich zu machen. Dies geht auch aus der Feststellung hervor:

Die Satire hat eine Grenze nach oben: Buddha entzieht sich ihr.
»Schnipsel«, in: Die Weltbühne, 8.3.1932

Tucholsky beklagte sich aber darüber, dass von katholischer Seite diese Selbstbeschränkung nicht ausreichend wahrgenommen wurde. So wehrte er sich gegen entsprechende Vorwürfe, die ihm im Zentrumsblatt Germania von der Journalistin Marierose Fuchs gemacht wurden. Seine Entgegnung lautete:

Ist nicht überall sauber unterschieden zwischen der Kirche als Hort des Glaubens, über den ich mich niemals lustig gemacht habe – und der Kirche als politische Institution im Staat?
Brief an Marierose Fuchs vom 14.8.1929

Scharf attackierte er aber die Position des Zentrums, sich im politischen Kampf auf religiöse Überzeugungen zurückziehen zu wollen:

Also darf man sich nicht auf das „Heilige“, auf das „religiöse Empfinden“ zurückziehen, wenns einem grade paßt. Das ist nicht ehrlich.
Brief an Marierose Fuchs vom 17.12.1929

Und weiter:

In dem Augenblick aber, wo die Kirche sich erdreistet, uns andern ihre Sittenanschauungen aufzwingen zu wollen –
unter gleichzeitiger Beschimpfung der Andersdenkenden
als „Sünder“ –
in dem Augenblick halte ich jede politische Waffe für erlaubt – auch den Hohn, grade den Hohn. Und zwar nicht den dummen, abgestandenen gegen die Pfarrersköchin – grade den lehne ich aus tiefstem Herzen ab.

Ebenso verwahrte er sich gegen den überkommenen Anspruch der Religionen, die Gesellschaft vor einer Verwahrlosung der Sitten zu schützen:

Es gibt kein religiöses Monopol der Ethik, Millionen von anständigen und sittlich gefestigten Menschen schmähen die Kirche nicht, leben aber bewußt und ganz und gar an ihren Lehren vorbei, und sie tun recht daran. Es ist unrichtig, daß der, der die Lehren der Kirche überwunden hat, ein sittlich minderwertiges Individuum ist.
In: „Auch eine Urteilsbegründung“

An zahlreichen Stellen betonte er aber, sich aus rein religiösen Fragen herauszuhalten:

Wenn ernste und große katholische Männer über ihre Religion sprechen und nur über diese, so schweige ich.
Brief an Marierose Fuchs vom 28.7.1930

Was Tucholsky jedoch nicht als Freibrief für theologische Spekulationen galt, wonach letztlich doch jeder Mensch eine verborgene religiöse Ader besäße:

Ihr müßt euch schon daran gewöhnen, daß es sehr vergnügte Heiden gibt – die geht das gar nichts an. Feuerländer sind keine Widerlegung gegen die französische Grammatik – sie beweisen aber, daß es auch ohne diese Grammatik geht.
Brief an Marierose Fuchs vom 27.12.1930

Satire und ihre Kritiker
Schon der Text „Was darf die Satire?“ war ein einziger Appell an die politischen Kontrahenten, satirische Angriffe nicht bierernst, sondern mit einem gewissen Humor zu nehmen.

Wir sollten nicht so kleinlich sein. (…) Das ist kein rechter Mann und kein rechter Stand, der nicht einen ordentlichen Puff vertragen kann. Er mag sich mit denselben Mitteln dagegen wehren, er mag widerschlagen – aber er wende nicht verletzt, empört, gekränkt das Haupt.

Diese Aufforderung verhallte im politisch aufgeheizten Klima der Weimarer Republik ungehört. Tucholsky selbst musste Anfang der zwanziger Jahre damit rechnen, als Jude und politisch links stehender Journalist ebenso wie Maximilian Harden das Opfer eines Attentats zu werden. Allerdings lässt sich nicht belegen, inwieweit dieses Bedrohungsgefühl sein Schreiben beeinflusste. Der Wechsel nach Paris wurde jedoch von der aggressiven, ihm unangenehmen Stimmung in der deutschen Gesellschaft und Politik mitbestimmt. Als Rechtfertigung für diese Flucht könnte der Artikel „Wie mache ich mich unbeliebt“ vom Oktober 1924 dienen:

Wenn man ganz sichergehen will, gleich eine ganze Kompanie auf Jahre hinaus zu verärgern, dann braucht man nur Witze über einen Stand zu reißen. Man tue es – gehe aber unmittelbar nach Begehung des Delikts außer Landes. (…) Wenn du aber auf alle Grafen, auf die Postschaffner und auf den Kaufmannsstand etwas sagst – und nun gar etwas Lustiges –: dann verteile die Güter dieser Erde – Anzüge, Blumentöpfe und Zeitschriftenabonnements – an deine Kinder; ordne deine Schulden – Miete, Effekten und Zeitschriftenabonnements – und entwetze. Dein Leben ist verwirkt.

Beinahe verzweifelt wirkt der Appell, mit dem er den Artikel beschließt:

Dem Satiriker gab ein Gott zu sagen, was sie treiben. Man kann ja nun nicht gerade verlangen, daß der Großpapa, dem der Enkel einen kleinen Flitzbogenpfeil in die hintere, untere Schlafrockseite bohrt, dem guten Kind auch noch einen Bonbon gibt. Aber nicht gleich aufspringen und mit harten Gegenständen werfen. Die Würde muß es sich gefallen lassen, daß sie manchmal am Bart gezupft wird. (Auch Bartlose haben einen Bart, mitunter.)
Denn die moderne Sorte Humorist muß heute noch mit einem Schutzpanzer umhergehen:
Gute Leute! Nicht schießen!

Anfang 1932, als die Machtbeteiligung der Nationalsozialisten nur noch eine Frage der Zeit zu sein schien, stellten die Weltbühne-Herausgeber Tucholsky und Carl von Ossietzky jedoch Überlegungen an, bestimmte Artikel aus Furcht vor Übergriffen nicht zu drucken. Zwar hatte Tucholsky noch im März 1932 geschrieben:

Satire hat auch eine Grenze nach unten. In Deutschland etwa die herrschenden faschistischen Mächte. Es lohnt nicht – so tief kann man nicht schießen.

Gleichzeitig verfasste er aber den satirischen Schulaufsatz „Hitler und Goethe“, in dem er die Rhetorik der Nazi-Bewegung verspottete. Jedoch warnte er Ossietzky davor, diesen Artikel bei einem möglichen Erfolg Adolf Hitlers bei der Wahl zum Reichspräsidenten abzudrucken:

Mein Aufsatz über Hitler. Ich habe mich nicht klar ausgedrückt. „Stichwahl“ gibts ja gar nicht. Ich schlage also vor, daß ich nach der zweiten Wahl schreibe – wenn er geschlagen wird. Man kann, wenn der morgige Tag besondere Überraschungen bringt, vielleicht zwischen den beiden Wahlen schreiben – aber das ist so unsicher … ich mag nicht gegen Hitler das gröbste Geschütz auffahren, dann wird er gewählt, ich bin nicht da … aber Sie sind da.
Brief an Carl von Ossietzky, 12.3.1932

Der Artikel erschien schließlich am 17. Mai 1932. Tucholsky hielt sich damals in Schweden auf, Ossietzky war hinter preußischen Gefängnismauern sicher verwahrt.
Resümee
Aus den zitierten Text- und Briefstellen geht hervor, dass Tucholskys Position in Sachen Satire nicht auf die Position „sie darf alles“ reduziert werden sollte. Vor allen in religiösen Fragen unterschied er klar zwischen den geistigen Inhalten und den daraus entspringenden gesellschaftlichen Ansprüchen. Dass diese Trennung den Glaubensvertretern selbst schwerer fällt, liegt in der Natur der religiösen Überzeugungen.
Die Positionen Tucholskys lassen sich zum Teil uneingeschränkt auf die heutigen Verhältnisse übertragen. Zum anderen lässt sich die von ihm gepflegte Trennung zwischen Glaubensinhalten und Politik teilweise nur schwer aufrechterhalten. Dies zeigt sich beispielsweise an der Debatte über die Evolutionstheorie in den USA. Ein Anhänger des Schöpfungsglaubens kann sich nicht darauf berufen, dass die Lehren Charles Darwins seine religiösen Gefühle verletzten und dadurch verboten werden müssten. Ein Beispiel für eine gelungene religiöse Satire ist in diesem Sinne die Persiflage der amerikanischen Satire-Zeitung The Onion auf die Vertreter des „intelligenten Designs“: „Evangelikale Wissenschaftler ersetzen Schwerkraft durch neue Theorie des „Intelligenten Fallens“.
Von den Onion-Redakteuren ist bislang nicht bekannt geworden, dass sie außer Landes gegangen sind. Aber um es noch einmal zu wiederholen: „Gute Leute! Nicht schießen!“

14.2.2006

Ein Kind meines Pubs

Deutsch: Lächerliches Zerpflücken der Klassiker; törichte Aufsätze, schludrig und unverständig korrigiert; mittelhochdeutsche Gedichte wurden auswendig gelernt, niemand hatte einen Schimmer von ihrer Schönheit.

Mit diesen scharfen Worten beschwerte sich jemand über den Schulunterricht, der wegen seiner schlecht benoteten Deutsch-Aufsätze mit 17 Jahren das Gymnasium verlassen musste. Zum Glück durfte er später unbehelligt Artikel wie „Ein Kind aus meiner Klasse“ veröffentlichen und nach Herzenslust über das verhasste Schulsystem herziehen.

Ob Christoph später ähnlich schlecht von seiner Schulzeit reden wird? Immerhin durfte er sich als Schüler des Homberger Theodor-Heuss-Gymnasiums in in einem Irish-Pub auf das Abitur vorbereiten. So steht es in einem Artikel der Hessen Nassauischen Allgemeinen (HNA) geschrieben, der leider nicht für die Qualitäten des derzeitigen Bildungssystems spricht. Autorin Anne Weber legt gleich richtig los:

Tucholsky ist überall. Sogar im Homberger Irish Pub. Der Mann, der den legendären Satz erfunden hat „Jeder Mensch ist Ausländer und das fast überall“ stand im Mittelpunkt einer außergewöhnlichen Weiterbildung von künftigen Abiturienten.

Wer auch immer diesen „legendären“ Satz „erfunden“ hat, – Tucholsky war es nicht. Von ihm stammt der ähnlich lautende Aphorismus:

Man ist in Europa ein Mal Staatsbürger und zweiundzwanzig Mal Ausländer. Wer weise ist: dreiundzwanzig Mal.

Der Schluss des Artikels hat es leider auch in sich:

Über 30 Zuhörer saßen nun im Hinterzimmer des Pubs „Dragon Inn“ und erfuhren, dass die in dem Buch beschriebene Urlaubsreise des bedeutenden deutschen Satirikers in das Schloss Gripsholm (Schweden) der Wahrheit entspricht. Darin spielt der Gesellschaftskritiker als linkspolitisch engagierter Mann auf die Inflation 1923/24 und auf die Reichtagsauflösung 1930 an, verdeutlichte der Schüler. Ihm gefalle vor allem die Art, wie Tucholsky mit Sprache umgehe, auch wenn das manchmal vulgär ausfalle.

Der Aufenthalt Tucholskys bei Schloss Gripsholm entsprach in der Tat der Realität, aber wo in der heiteren Sommergeschichte auf die Inflationsjahre 1922/23 und die Reichstagsauflösung von 1930 Bezug genommen wird, wissen nur die HNA oder der Primaner Christoph. Dass Tucholskys Sprache als „vulgär“ empfunden wird, ist dagegen ein schöner Beweis für die Unverdorbenheit der hessischen Landjugend.

Bleibt nur zu hoffen, dass im Abitur keine Fragen zu Schloß Gripsholm gestellt werden. Sonst müssten die Schüler mit Tucholsky klagen: „Ich weiß lange nicht so viel, wie ich wissen müßte – vieles fehlt mir.“

Selten so vermutet

Was dem einen sein Witz, ist dem anderen seine Beleidigung, lässt sich nicht nur anhand dieses aktuellen Beispiels belegen. Daher ist auch die Frage müßig, ob die eine Nation mehr oder weniger Humor als die andere hat. Bei Literaturen sind diese Vergleiche nicht viel sinnvoller, wie uns niemand Geringeres als Marcel Reich-Ranicki zu beweisen versucht. Wenn Sie diesen fragten, – was ein Mr. John Grey aus Brighton getan hat -, warum Schiller nicht so witzig wie Shakespeare dichtete, antwortete er, unter vielem anderen:

Dennoch wage ich zu vermuten, daß, von der englischen abgesehen, kaum eine Literatur der Welt so viel Humor habe wie die deutsche. Und daß also die gegenteilige Behauptung bloß ein Klischee sei, das von Generation zu Generation ungeprüft weitergereicht werde.

Erstaunlicherweise hat Tucholsky, für Reich-Ranicki ein Autor mit „Pfiff und Humor“, zu diesem Klischee sein Scherflein beigetragen. Allerdings versuchte er zwischen dem deutschen Humor an sich und seinem literarischen Niederschlag zu unterscheiden. So heißt es in „Etwas vom Humor“, einem der wenigen Tucholsky-Texte, die in der Frankfurter Zeitung erschienen:

Wir Deutschen haben Humor – ja, man kann fast versucht sein, zu sagen, deutscher Humor, das sei fast ein Pleonasmus, so wie deutsche Musik. Und beinahe ist es in der Tat auch so.
Doch haben wir nicht viele Humoristen.

Letzterem würde Reich-Ranicki widersprechen, aber Tucholsky bezog sich vermutlich auf die Gegenwart des Jahres 1918, das in dieser Hinsicht nicht viel zu bieten hatte. Denn wer erinnert sich noch an Stefan von Kotze, den Tucholsky in seinem Text als Naturbursche des Humors anpreist.

Wenn jemand wie Reich-Ranicki aber nur zu „vermuten“ und nicht zu „behaupten“ wagt, scheint er seiner Sache wirklich nicht sehr sicher zu sein. Wie lässt es sich sonst erklären, dass ausgerechnet Deutschlands prominentester Literaturkritiker in diesem Satz in einen falschen Konjunktiv verfällt. Vielleicht ist die deutsche Sprache einfach zu schwer, um gute Witze zu machen. Auch nur so ’ne Vermutung.

11.2.2006

Der Jahrhundertkerl

Am 17. Februar 2006 ist es 150 Jahre her, dass der deutsche Dichter und Journalist Heinrich Heine seine Pariser Matratzengruft für immer verlassen musste. Nach dem 250. Geburtstag Wolfgang Amadeus Mozarts schon der zweite Jubiliäumsevent in diesem noch jungen Jahr.

Kein Wunder, dass sich die Zeitungen schon mal in Würdigungen warm laufen. In der aktuellen Literaturbeilage der Welt finden sich gleich zwei Texte, in denen die naheliegende Verbindung zwischen Heine und Tucholsky geschlagen wird. So antwortet Robert Gernhardt in einem Interview auf die Frage, ob die deutsche Literatur tatsächlich so humorfern wie ihr Ruf sei:

Nein, es trifft nicht zu. Heine steht ja keineswegs allein. Er bezog sich auf Lessing, der keinem Streit aus dem Weg ging und dabei auch seinen Witz einsetzte. Aber er hätte auch Lichtenberg nennen können, dessen Witz noch heute zündet. Auch Gellert und selbst Goethe haben komische Gedichte geschrieben, die heute noch zum Lachen sind. Und nach Heine hört die Reihe der deutschen Dichter nicht mehr auf, die komische Wirkung anstreben und auch erzielen: Auf Heine folgt Wilhelm Busch, dann Morgenstern, dann Ringelnatz, dann Tucholsky, dann Brecht, dann Kästner, dann Jandl. Nein, die komische Lyrik zieht sich wie ein roter Faden durch die deutsche Literaturgeschichte der letzten 250 Jahre.

In einem weiteren Text stellt Heine-Biograph und Tucholsky-Herausgeber Fritz J. Raddatz seine Alliterationsfähigkeiten unter Beweis: „Derlei Pirouetten eines unzuverlässigen Elegant verabscheute der biedere Barde Börne“, heißt es in „Die Moderne beginnt – hier“. Dem Artikel zufolge hat sich Heine bei seinen letzten Worten leicht versprochen: „Dieu me pradonnera, c’est son métier“, soll er gesagt haben, aber das rare Tucholsky-Zitat ist korrekt wiedergegeben:

Die Moderne hat das Individuum eingesetzt als einzig zuverlässige Größe, vom Aufkünden jeglicher Gefolgschaft, die ein Tucholsky in die Zeilen goß „was ist der Unterschied zwischen Mussolini, Stalin und Hitler? Ja, wer das wüßte“ (..)

schrieb, Verzeihung, goss er im Frühjahr 1932 in ein Buch, das er dem Schriftsteller Walter Mehring widmete.

Und in welches Verhältnis zu Heine setzte sich Tucholsky selbst? Darüber gibt beispielsweise der Text „Bänkelbuch“ Auskunft, in dem es heißt:

Herr Kästner und Herr Tiger sind Talente: Heinrich Heine aber ist ein Jahrhundertkerl gewesen. Einer, dessen Liebes-Lyrik – mit Ausnahme der letzten Lieder – dahin ist; aber einer, der das Schwert und die Flamme gewesen ist, eine Flamme, die bis zu Nietzsche hinaufloderte.

… und der mit der berühmten Feststellung endet:

Die Zahl der deutschen Kriegerdenkmäler zur Zahl der deutschen Heine-Denkmäler verhält sich hierzulande wie die Macht zum Geist.

Woran sich die Preisfrage anschließen lässt: Wo steht das Heine-Denkmal, das sich durch das folgende, leicht verspielte Detail auszeichnet:

Foto: © www.sudelblog.de

Nachtrag 17.2.: Die Antwort findet sich hier.

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